{"id":454,"date":"2026-08-02T14:51:59","date_gmt":"2026-08-02T12:51:59","guid":{"rendered":"https:\/\/wp.netx4u.de\/?p=454"},"modified":"2026-08-02T14:51:59","modified_gmt":"2026-08-02T12:51:59","slug":"rentenreform-es-geht-auch-sozialer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.netx4u.de\/?p=454","title":{"rendered":"Rentenreform: Es geht auch sozialer"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"PDq2pG_selectionAnchorContainer\" data-section-id=\"pftp0f\" data-start=\"38\" data-end=\"143\"><a href=\"https:\/\/wp.netx4u.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/259541dc-28aa-4c75-bde3-465fe8253351.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-455 size-full\" src=\"https:\/\/wp.netx4u.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/259541dc-28aa-4c75-bde3-465fe8253351.jpg\" alt=\"\" width=\"1672\" height=\"941\" srcset=\"https:\/\/wp.netx4u.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/259541dc-28aa-4c75-bde3-465fe8253351.jpg 1672w, https:\/\/wp.netx4u.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/259541dc-28aa-4c75-bde3-465fe8253351-300x169.jpg 300w, https:\/\/wp.netx4u.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/259541dc-28aa-4c75-bde3-465fe8253351-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/wp.netx4u.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/259541dc-28aa-4c75-bde3-465fe8253351-768x432.jpg 768w, https:\/\/wp.netx4u.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/259541dc-28aa-4c75-bde3-465fe8253351-1536x864.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1672px) 100vw, 1672px\" \/><\/a><br \/>\nRentenreform: Es geht auch sozialer \u2013 warum immer l\u00e4ngeres Arbeiten nicht die einzige L\u00f6sung sein darf<\/h2>\n<p data-start=\"145\" data-end=\"529\"><strong data-start=\"145\" data-end=\"529\">Die gesetzliche Rente muss reformiert werden. Doch daraus folgt nicht automatisch, dass Menschen nach 45 Versicherungsjahren weiterarbeiten m\u00fcssen, das Rentenalter immer weiter steigt, Hinterbliebenenrenten geschw\u00e4cht und Teile der Altersvorsorge vom Kapitalmarkt abh\u00e4ngig gemacht werden. Es gibt eine sozialere Alternative, die trotzdem finanzierbar und zukunftssicher sein kann.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p data-start=\"531\" data-end=\"554\"><em data-start=\"531\" data-end=\"554\">Stand: 2. August 2026<\/em><\/p>\n<h3 data-section-id=\"1c66tgu\" data-start=\"556\" data-end=\"611\">Reformbedarf bedeutet nicht automatisch Sozialabbau<\/h3>\n<p data-start=\"613\" data-end=\"813\">Deutschland wird \u00e4lter. Die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge gehen in Rente, w\u00e4hrend weniger j\u00fcngere Menschen nachkommen. Dadurch verschiebt sich das Verh\u00e4ltnis zwischen Beitragszahlern und Rentenempf\u00e4ngern.<\/p>\n<p data-start=\"815\" data-end=\"938\">Dieses Problem darf man nicht kleinreden. Es w\u00e4re aber ebenso falsch, daraus nur eine m\u00f6gliche Schlussfolgerung abzuleiten:<\/p>\n<blockquote data-start=\"940\" data-end=\"1089\">\n<p data-start=\"942\" data-end=\"1089\">Die Menschen m\u00fcssen l\u00e4nger arbeiten, fr\u00fchere Rentenzug\u00e4nge m\u00fcssen abgeschafft und immer mehr Verantwortung muss auf den Einzelnen verlagert werden.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p data-start=\"1091\" data-end=\"1203\">Die Alterssicherungskommission hat im Juni 2026 insgesamt 33 Empfehlungen vorgelegt. Dazu geh\u00f6ren unter anderem:<\/p>\n<ul data-start=\"1205\" data-end=\"1646\">\n<li data-section-id=\"12y59pn\" data-start=\"1205\" data-end=\"1285\">die Abschaffung des abschlagsfreien Rentenzugangs nach 45 Versicherungsjahren,<\/li>\n<li data-section-id=\"3vinpk\" data-start=\"1286\" data-end=\"1377\">eine sp\u00e4tere Regelaltersgrenze, gekoppelt an die weitere Entwicklung der Lebenserwartung,<\/li>\n<li data-section-id=\"1fr8qqb\" data-start=\"1378\" data-end=\"1483\">eine verpflichtende gesetzliche Kapitalrente mit einem zus\u00e4tzlichen Beitrag von insgesamt zwei Prozent,<\/li>\n<li data-section-id=\"1uufa4t\" data-start=\"1484\" data-end=\"1526\">eine Ausweitung des Versichertenkreises,<\/li>\n<li data-section-id=\"1cawy2m\" data-start=\"1527\" data-end=\"1587\">\u00c4nderungen bei vorgezogenen Renten und der Altersteilzeit,<\/li>\n<li data-section-id=\"1e2oglp\" data-start=\"1588\" data-end=\"1646\">sowie eine sp\u00e4tere Reform der Hinterbliebenenversorgung.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"1648\" data-end=\"1889\">Die Bundesregierung beabsichtigt, das Paket z\u00fcgig umzusetzen und das Gesetzgebungsverfahren m\u00f6glichst noch 2026 abzuschlie\u00dfen. Die Empfehlungen sind jedoch derzeit noch nicht vollst\u00e4ndig geltendes Recht.<\/p>\n<p data-start=\"1891\" data-end=\"2226\">Nicht alle Vorschl\u00e4ge sind grunds\u00e4tzlich schlecht. Besonders die Einbeziehung weiterer Erwerbst\u00e4tiger in die gesetzliche Rentenversicherung ist richtig. Trotzdem liegt der Schwerpunkt des Pakets auff\u00e4llig darauf, Menschen l\u00e4nger im Arbeitsleben zu halten und einen zus\u00e4tzlichen Teil der Altersvorsorge an den Kapitalmarkt zu verlagern.<\/p>\n<p data-start=\"2228\" data-end=\"2269\">Dabei w\u00e4re eine sozialere L\u00f6sung m\u00f6glich.<\/p>\n<hr data-start=\"2271\" data-end=\"2274\" \/>\n<h2 data-section-id=\"hfpg92\" data-start=\"2276\" data-end=\"2340\">Warum die Abschaffung der Rente nach 45 Jahren ungerecht w\u00e4re<\/h2>\n<p data-start=\"2342\" data-end=\"2584\">Die sogenannte \u201eRente mit 63\u201c ist l\u00e4ngst nicht mehr grunds\u00e4tzlich eine Rente mit 63. Entscheidend sind 45 anerkannte Versicherungsjahre und ein vom Geburtsjahr abh\u00e4ngiges Mindestalter. F\u00fcr den Jahrgang 1964 liegt dieses bereits bei 65 Jahren.<\/p>\n<p data-start=\"2586\" data-end=\"2872\">Trotzdem empfiehlt die Kommission, den abschlagsfreien Rentenzugang f\u00fcr besonders langj\u00e4hrig Versicherte ganz abzuschaffen. Ein Rentenzugang ausschlie\u00dflich aufgrund einer bestimmten Zahl von Versicherungsjahren soll k\u00fcnftig nicht mehr m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p data-start=\"2874\" data-end=\"3213\">Die Kommission begr\u00fcndet das unter anderem damit, dass von der bisherigen Regelung \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig M\u00e4nner, Menschen mit stabilen Erwerbsbiografien und teilweise auch Besserverdienende profitieren. Au\u00dferdem seien Versicherungsjahre kein genauer Ma\u00dfstab daf\u00fcr, wie k\u00f6rperlich oder psychisch belastend ein Berufsleben gewesen sei.<\/p>\n<p data-start=\"3215\" data-end=\"3565\">Diese Einw\u00e4nde sind nicht v\u00f6llig aus der Luft gegriffen. Wer wegen Kindererziehung, Pflege, Krankheit, Arbeitslosigkeit oder unsicherer Besch\u00e4ftigung Unterbrechungen hatte, erreicht die 45 Jahre m\u00f6glicherweise nicht. Auch ein Mensch mit 43 schweren Arbeitsjahren kann gesundheitlich st\u00e4rker belastet sein als jemand mit 45 weniger belastenden Jahren.<\/p>\n<p data-start=\"3567\" data-end=\"3659\">Doch daraus folgt nicht, dass man den abschlagsfreien Rentenzugang f\u00fcr alle abschaffen muss.<\/p>\n<p data-start=\"3661\" data-end=\"3694\">Das w\u00e4re so, als w\u00fcrde man sagen:<\/p>\n<blockquote data-start=\"3696\" data-end=\"3782\">\n<p data-start=\"3698\" data-end=\"3782\">Weil eine Regelung nicht jeden Einzelfall perfekt erfasst, nehmen wir sie allen weg.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p data-start=\"3784\" data-end=\"3888\">Eine sozialere Reform m\u00fcsste die vorhandenen L\u00fccken schlie\u00dfen, statt die gesamte Regelung zu beseitigen.<\/p>\n<p data-start=\"3890\" data-end=\"4176\">Wer mit 16 oder 17 Jahren eine Ausbildung beginnt, anschlie\u00dfend jahrzehntelang im Schichtdienst, auf dem Bau, in der Pflege, im Fahrdienst, in der Produktion, im Handwerk oder in einem anderen belastenden Beruf arbeitet, hat mit Anfang 60 bereits rund 45 Jahre Erwerbsleben hinter sich.<\/p>\n<p data-start=\"4178\" data-end=\"4345\">Wer dagegen erst nach Studium und weiteren Ausbildungszeiten mit 27 Jahren dauerhaft ins Berufsleben eintritt, erreicht mit 67 m\u00f6glicherweise nur etwa 40 Erwerbsjahre.<\/p>\n<p data-start=\"4347\" data-end=\"4400\">Das ist keine Kritik an einem Studium. Aber es zeigt:<\/p>\n<p data-start=\"4402\" data-end=\"4530\"><strong data-start=\"4402\" data-end=\"4530\">Das Lebensalter allein sagt wenig dar\u00fcber aus, wie lange ein Mensch bereits gearbeitet und das Rentensystem mitgetragen hat.<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"4532\" data-end=\"4747\">45 Versicherungsjahre sind keine Bequemlichkeit. Sie stehen f\u00fcr einen au\u00dfergew\u00f6hnlich langen Zeitraum, in dem gearbeitet, erzogen, gepflegt oder auf andere Weise eine anerkannte Versicherungsleistung erbracht wurde.<\/p>\n<hr data-start=\"4749\" data-end=\"4752\" \/>\n<h2 data-section-id=\"1rix4ho\" data-start=\"4754\" data-end=\"4816\">Warum ein immer h\u00f6heres Rentenalter sozial unausgewogen ist<\/h2>\n<p data-start=\"4818\" data-end=\"4926\">Die Kommission empfiehlt, die Regelaltersgrenze nach 2031 an die Entwicklung der Lebenserwartung zu koppeln.<\/p>\n<p data-start=\"4928\" data-end=\"5004\">Nach ihrem Modell w\u00fcrde ein zus\u00e4tzliches Jahr Lebenserwartung so aufgeteilt:<\/p>\n<ul data-start=\"5006\" data-end=\"5078\">\n<li data-section-id=\"14z370g\" data-start=\"5006\" data-end=\"5042\">acht Monate l\u00e4ngeres Erwerbsleben,<\/li>\n<li data-section-id=\"10nfrne\" data-start=\"5043\" data-end=\"5078\">vier Monate l\u00e4ngerer Rentenbezug.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"5080\" data-end=\"5338\">Unter den gegenw\u00e4rtigen Annahmen w\u00fcrde die Regelaltersgrenze zwischen 2031 und 2041 ungef\u00e4hr von 67 auf 67 Jahre und sechs Monate steigen. Danach k\u00f6nnte sie bei weiter zunehmender Lebenserwartung weiter angehoben werden.<\/p>\n<p data-start=\"5340\" data-end=\"5464\">Das klingt auf den ersten Blick mathematisch und objektiv. Doch der Durchschnitt ist nicht das Leben des einzelnen Menschen.<\/p>\n<p data-start=\"5466\" data-end=\"5517\">Die Lebenserwartung ist unter anderem abh\u00e4ngig von:<\/p>\n<ul data-start=\"5519\" data-end=\"5714\">\n<li data-section-id=\"13jg3hl\" data-start=\"5519\" data-end=\"5531\">Einkommen,<\/li>\n<li data-section-id=\"alc89n\" data-start=\"5532\" data-end=\"5542\">Bildung,<\/li>\n<li data-section-id=\"bb4rtm\" data-start=\"5543\" data-end=\"5556\">Gesundheit,<\/li>\n<li data-section-id=\"h6i69u\" data-start=\"5557\" data-end=\"5589\">Wohn- und Lebensverh\u00e4ltnissen,<\/li>\n<li data-section-id=\"1d8wwh0\" data-start=\"5590\" data-end=\"5615\">k\u00f6rperlicher Belastung,<\/li>\n<li data-section-id=\"17prag2\" data-start=\"5616\" data-end=\"5640\">psychischer Belastung,<\/li>\n<li data-section-id=\"48fqwx\" data-start=\"5641\" data-end=\"5668\">Schicht- und Nachtarbeit,<\/li>\n<li data-section-id=\"150daxk\" data-start=\"5669\" data-end=\"5714\">sowie den tats\u00e4chlichen Arbeitsbedingungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"5716\" data-end=\"6128\">Auch die Kommission r\u00e4umt ausdr\u00fccklich ein, dass Gesundheit und Lebenserwartung zwischen Berufsgruppen, Einkommen und Erwerbsverl\u00e4ufen sehr unterschiedlich verteilt sind. Trotzdem soll die allgemeine Altersgrenze anhand der Lebenserwartung der Gesamtbev\u00f6lkerung steigen. Soziale Unterschiede sollen anschlie\u00dfend durch H\u00e4rtefall- und Gesundheitsregelungen aufgefangen werden.<\/p>\n<p data-start=\"6130\" data-end=\"6160\">Genau darin liegt das Problem.<\/p>\n<p data-start=\"6162\" data-end=\"6290\">Die Regel w\u00fcrde f\u00fcr alle versch\u00e4rft. Hilfe bek\u00e4me danach nur, wer individuell nachweist, dass er gesundheitlich nicht mehr kann.<\/p>\n<p data-start=\"6292\" data-end=\"6329\">Damit wird die Reihenfolge umgedreht:<\/p>\n<blockquote data-start=\"6331\" data-end=\"6500\">\n<p data-start=\"6333\" data-end=\"6500\">Nicht die lange Lebensleistung begr\u00fcndet den Anspruch auf einen fr\u00fcheren Ruhestand. Erst der nachweisbare gesundheitliche Schaden soll den fr\u00fcheren Zugang erm\u00f6glichen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p data-start=\"6502\" data-end=\"6789\">Menschen m\u00fcssten sich untersuchen lassen, Gutachten einholen, Antr\u00e4ge stellen und m\u00f6glicherweise Widerspruchs- oder Klageverfahren f\u00fchren. Wer noch nicht vollst\u00e4ndig erwerbsgemindert ist, seinen jahrzehntelang ausge\u00fcbten Beruf aber kaum noch bew\u00e4ltigt, ger\u00e4t leicht zwischen die Systeme.<\/p>\n<p data-start=\"6791\" data-end=\"7245\">Die Kommission schl\u00e4gt zwar f\u00fcr gesundheitlich eingeschr\u00e4nkte Menschen in rentennahen Jahrg\u00e4ngen einen erleichterten Zugang vor. Nach mindestens 35 Jahren Wartezeit soll ein abschlagsfreier Rentenbeginn zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze m\u00f6glich sein, wenn eine individuelle Pr\u00fcfung ergibt, dass der langj\u00e4hrig ausge\u00fcbte Beruf nicht mehr ausge\u00fcbt werden kann. Weitere drei Jahre sollen mit Abschl\u00e4gen m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p data-start=\"7247\" data-end=\"7392\">Das ist besser als gar keine H\u00e4rtefallregelung. Trotzdem ersetzt es keinen verl\u00e4sslichen Anspruch nach einem au\u00dfergew\u00f6hnlich langen Erwerbsleben.<\/p>\n<p data-start=\"7394\" data-end=\"7544\">Ein gerechtes Rentensystem sollte nicht verlangen, dass Menschen erst gesundheitlich zusammenbrechen m\u00fcssen, bevor ihre Lebensleistung anerkannt wird.<\/p>\n<hr data-start=\"7546\" data-end=\"7549\" \/>\n<h2 data-section-id=\"8ukpbt\" data-start=\"7551\" data-end=\"7598\">Ein Beispiel aus dem wirklichen Arbeitsleben<\/h2>\n<p data-start=\"7600\" data-end=\"7634\">Man stelle sich zwei Menschen vor.<\/p>\n<p data-start=\"7636\" data-end=\"7964\">Der erste beginnt mit 17 Jahren eine Ausbildung. Danach arbeitet er \u00fcber Jahrzehnte im wechselnden Schichtdienst. Fr\u00fchdienste beginnen so zeitig, dass er mitten in der Nacht aufstehen muss. Hinzu kommen Wochenenddienste, hohe Verantwortung, st\u00e4ndige Konzentration und die k\u00f6rperlichen Folgen eines unregelm\u00e4\u00dfigen Schlafrhythmus.<\/p>\n<p data-start=\"7966\" data-end=\"8196\">Der zweite beginnt nach einem Studium mit 27 Jahren zu arbeiten. Er hat ebenfalls einen verantwortungsvollen Beruf, kann seine Arbeitszeit aber \u00fcberwiegend selbst einteilen und arbeitet weder nachts noch regelm\u00e4\u00dfig an Wochenenden.<\/p>\n<p data-start=\"8198\" data-end=\"8316\">Mit 65 Jahren hat der erste Mensch ungef\u00e4hr 48 Jahre seit seinem Berufseinstieg hinter sich. Der zweite etwa 38 Jahre.<\/p>\n<p data-start=\"8318\" data-end=\"8429\">Beide nur nach dem Geburtsdatum gleichzubehandeln, ist formal einfach. Sozial gerecht ist es nicht automatisch.<\/p>\n<p data-start=\"8431\" data-end=\"8548\">Gleichbehandlung bedeutet nicht, dass v\u00f6llig unterschiedliche Lebens- und Arbeitsbedingungen ignoriert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<hr data-start=\"8550\" data-end=\"8553\" \/>\n<h2 data-section-id=\"x9uxa4\" data-start=\"8555\" data-end=\"8627\">Die Hinterbliebenenrente darf nicht stillschweigend geschw\u00e4cht werden<\/h2>\n<p data-start=\"8629\" data-end=\"8793\">Die Kommission hat noch kein fertiges Modell zur Abschaffung der Witwen- und Witwerrente beschlossen. Sie empfiehlt zun\u00e4chst, verschiedene Reformoptionen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p data-start=\"8795\" data-end=\"9256\">Als m\u00f6gliche Alternative wird dabei auch ein verpflichtendes Rentensplitting diskutiert. Beim Rentensplitting werden die w\u00e4hrend der Ehe erworbenen Rentenanspr\u00fcche zwischen den Partnern geteilt. Nach einer solchen Entscheidung besteht jedoch kein sp\u00e4terer Anspruch mehr auf Witwen- oder Witwerrente. Die Entscheidung ist bindend und kann je nach Einkommens- und Rentensituation erhebliche finanzielle Nachteile verursachen.<\/p>\n<p data-start=\"9258\" data-end=\"9376\">Ein Splitting kann f\u00fcr bestimmte Ehepaare sinnvoll sein. Deshalb darf es als freiwillige M\u00f6glichkeit bestehen bleiben.<\/p>\n<p data-start=\"9378\" data-end=\"9436\">Problematisch w\u00e4re es, daraus eine Zwangsl\u00f6sung zu machen.<\/p>\n<p data-start=\"9438\" data-end=\"9523\">Eheleute treffen w\u00e4hrend eines gemeinsamen Lebens oft wirtschaftliche Entscheidungen:<\/p>\n<ul data-start=\"9525\" data-end=\"9763\">\n<li data-section-id=\"ee40c3\" data-start=\"9525\" data-end=\"9577\">Einer arbeitet zeitweise weniger wegen der Kinder.<\/li>\n<li data-section-id=\"10uxga7\" data-start=\"9578\" data-end=\"9623\">Einer \u00fcbernimmt die Pflege von Angeh\u00f6rigen.<\/li>\n<li data-section-id=\"1ohztoz\" data-start=\"9624\" data-end=\"9683\">Einer unterst\u00fctzt die berufliche Entwicklung des anderen.<\/li>\n<li data-section-id=\"f9o0bw\" data-start=\"9684\" data-end=\"9763\">Gemeinsame Ausgaben und Verpflichtungen werden auf zwei Lebensl\u00e4ufe verteilt.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"9765\" data-end=\"9908\">Die daraus entstandenen Nachteile lassen sich Jahrzehnte sp\u00e4ter nicht einfach dadurch beseitigen, dass vorhandene Rentenpunkte halbiert werden.<\/p>\n<p data-start=\"9910\" data-end=\"9960\">Eine gerechte Reform m\u00fcsste deshalb sicherstellen:<\/p>\n<ol data-start=\"9962\" data-end=\"10351\">\n<li data-section-id=\"xp2mp4\" data-start=\"9962\" data-end=\"9999\">Rentensplitting bleibt freiwillig.<\/li>\n<li data-section-id=\"1e2bfsw\" data-start=\"10000\" data-end=\"10073\">Vor einer Entscheidung erfolgt eine verbindliche Vergleichsberechnung.<\/li>\n<li data-section-id=\"djoixm\" data-start=\"10074\" data-end=\"10143\">Niemand verliert unbemerkt eine h\u00f6here Hinterbliebenenabsicherung.<\/li>\n<li data-section-id=\"13xkvv0\" data-start=\"10144\" data-end=\"10236\">F\u00fcr langj\u00e4hrige Ehen und geleistete Sorgearbeit bleibt ein verl\u00e4sslicher Schutz bestehen.<\/li>\n<li data-section-id=\"12xnqip\" data-start=\"10237\" data-end=\"10351\">\u00c4nderungen gelten nicht r\u00fcckwirkend f\u00fcr Paare, die ihre Lebensplanung auf das bestehende Recht aufgebaut haben.<\/li>\n<\/ol>\n<hr data-start=\"10353\" data-end=\"10356\" \/>\n<h2 data-section-id=\"7mjsym\" data-start=\"10358\" data-end=\"10407\">Ist eine Kapitalrente automatisch Spekulation?<\/h2>\n<p data-start=\"10409\" data-end=\"10533\">Die Kommission empfiehlt eine verpflichtende kapitalgedeckte Rentenkomponente innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung.<\/p>\n<p data-start=\"10535\" data-end=\"10831\">Vorgesehen ist ein zus\u00e4tzlicher Beitragssatz von insgesamt zwei Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen jeweils die H\u00e4lfte tragen. Das Geld soll individuellen Kapitalkonten zugeordnet, zentral verwaltet und international am Kapitalmarkt angelegt werden.<\/p>\n<p data-start=\"10833\" data-end=\"10867\">Man sollte dabei sachlich bleiben:<\/p>\n<p data-start=\"10869\" data-end=\"11062\">Eine langfristige, weltweit gestreute Kapitalanlage ist nicht dasselbe wie kurzfristige B\u00f6rsenspekulation. Es geht nicht darum, einzelne Aktien zu kaufen und auf schnelle Kursgewinne zu hoffen.<\/p>\n<p data-start=\"11064\" data-end=\"11258\">Ein gro\u00dfer, \u00f6ffentlicher und breit gestreuter Fonds kann \u00fcber Jahrzehnte Ertr\u00e4ge erwirtschaften. Durch eine Verteilung auf viele L\u00e4nder, Branchen und Anlagearten l\u00e4sst sich das Risiko begrenzen.<\/p>\n<p data-start=\"11260\" data-end=\"11289\">Aber risikolos ist das nicht.<\/p>\n<p data-start=\"11291\" data-end=\"11674\">Auch die Kommission weist darauf hin, dass h\u00f6here Renditechancen grunds\u00e4tzlich mit h\u00f6heren Risiken verbunden sind. Au\u00dferdem kann Kapitalvorsorge die aktuellen Finanzierungsprobleme nicht kurzfristig l\u00f6sen. Das angesparte Geld steht nicht zur Finanzierung heutiger Renten zur Verf\u00fcgung und entfaltet seine Wirkung erst nach l\u00e4ngeren Ansparzeiten.<\/p>\n<p data-start=\"11676\" data-end=\"11884\">Eine Kapitalrente kann daher eine sinnvolle <strong data-start=\"11720\" data-end=\"11733\">Erg\u00e4nzung<\/strong> sein. Sie darf aber nicht als Begr\u00fcndung verwendet werden, die solidarische gesetzliche Rente abzusenken oder immer weiter nach hinten zu verschieben.<\/p>\n<p data-start=\"11886\" data-end=\"11918\">Die richtige Reihenfolge lautet:<\/p>\n<blockquote data-start=\"11920\" data-end=\"12116\">\n<p data-start=\"11922\" data-end=\"12116\">Erst muss die gesetzliche Rente eine verl\u00e4ssliche Grundabsicherung und Anerkennung der Lebensleistung gew\u00e4hrleisten. Danach kann ein pers\u00f6nliches Vorsorgeverm\u00f6gen zus\u00e4tzlich Sicherheit schaffen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p data-start=\"12118\" data-end=\"12134\">Nicht umgekehrt.<\/p>\n<hr data-start=\"12136\" data-end=\"12139\" \/>\n<h2 data-section-id=\"hc51pi\" data-start=\"12141\" data-end=\"12212\">Warum hat die Kommission nicht st\u00e4rker auf soziale L\u00f6sungen gesetzt?<\/h2>\n<p data-start=\"12214\" data-end=\"12352\">Es w\u00e4re falsch, der Kommission pauschal schlechte Absichten zu unterstellen. Sie musste unterschiedliche Interessen miteinander verbinden.<\/p>\n<p data-start=\"12354\" data-end=\"12431\">Aus dem Bericht wird deutlich, welche Ziele besonders stark gewichtet wurden:<\/p>\n<ul data-start=\"12433\" data-end=\"12864\">\n<li data-section-id=\"40xk16\" data-start=\"12433\" data-end=\"12482\">Rentenbeitr\u00e4ge sollen nicht unbegrenzt steigen.<\/li>\n<li data-section-id=\"1lugghy\" data-start=\"12483\" data-end=\"12549\">Der Bundeshaushalt soll nicht dauerhaft st\u00e4rker belastet werden.<\/li>\n<li data-section-id=\"l2hfs1\" data-start=\"12550\" data-end=\"12611\">Arbeitgeber sollen bei den Lohnnebenkosten geschont werden.<\/li>\n<li data-section-id=\"62h8vd\" data-start=\"12612\" data-end=\"12677\">Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen soll erhalten bleiben.<\/li>\n<li data-section-id=\"y7a948\" data-start=\"12678\" data-end=\"12734\">\u00c4ltere Menschen sollen l\u00e4nger im Arbeitsmarkt bleiben.<\/li>\n<li data-section-id=\"1k9bhk1\" data-start=\"12735\" data-end=\"12780\">Der Fachkr\u00e4ftemangel soll gemildert werden.<\/li>\n<li data-section-id=\"nmhnae\" data-start=\"12781\" data-end=\"12864\">Zus\u00e4tzliche Finanzierungsquellen sollen \u00fcber den Kapitalmarkt erschlossen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"12866\" data-end=\"13079\">Der Bericht beschreibt ausdr\u00fccklich ein Spannungsfeld zwischen sozialer Sicherheit, wirtschaftlicher Leistungsf\u00e4higkeit, Bundeshaushalt und wettbewerbsf\u00e4higen Lohnnebenkosten.<\/p>\n<p data-start=\"13081\" data-end=\"13486\">Die Abschaffung des Rentenzugangs nach 45 Jahren wird deshalb nicht nur als Sparma\u00dfnahme betrachtet. Die Kommission sieht darin auch einen sogenannten Anreiz zur fr\u00fchen Verrentung. Au\u00dferdem argumentiert sie, gleich hohe Rentenbeitr\u00e4ge m\u00fcssten grunds\u00e4tzlich zu vergleichbaren Leistungen f\u00fchren \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob die Beitr\u00e4ge \u00fcber 40 oder 45 Jahre erworben wurden.<\/p>\n<p data-start=\"13488\" data-end=\"13540\">Das ist eine versicherungsmathematische Betrachtung.<\/p>\n<p data-start=\"13542\" data-end=\"13600\">Eine soziale Betrachtung stellt dagegen eine andere Frage:<\/p>\n<blockquote data-start=\"13602\" data-end=\"13805\">\n<p data-start=\"13604\" data-end=\"13805\">Sollte ein Mensch, der beinahe ein halbes Jahrhundert gearbeitet und Beitr\u00e4ge geleistet hat, unabh\u00e4ngig von seinem Rentenpunktestand einen besonderen Anspruch auf einen abschlagsfreien Ruhestand haben?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p data-start=\"13807\" data-end=\"13878\">Hier treffen zwei verschiedene Gerechtigkeitsvorstellungen aufeinander:<\/p>\n<p data-start=\"13880\" data-end=\"13998\"><strong data-start=\"13880\" data-end=\"13925\">Versicherungsmathematische Gerechtigkeit:<\/strong><br data-start=\"13925\" data-end=\"13928\" \/>Gleiche Beitragssummen sollen zu m\u00f6glichst gleichen Leistungen f\u00fchren.<\/p>\n<p data-start=\"14000\" data-end=\"14178\"><strong data-start=\"14000\" data-end=\"14026\">Soziale Gerechtigkeit:<\/strong><br data-start=\"14026\" data-end=\"14029\" \/>Auch die L\u00e4nge des Erwerbslebens, die Belastung, die Lebensleistung und die reale M\u00f6glichkeit, gesund weiterzuarbeiten, m\u00fcssen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p data-start=\"14180\" data-end=\"14242\">Die Kommission hat den ersten Gesichtspunkt st\u00e4rker gewichtet.<\/p>\n<p data-start=\"14244\" data-end=\"14586\">Hinzu kommt eine weitere politische Entscheidung: Sie empfiehlt, die Beitr\u00e4ge weiterhin haupts\u00e4chlich auf L\u00f6hne und Geh\u00e4lter zu erheben. Weitere Einkommensarten sollen nicht in die Beitragsbemessung einbezogen werden, und auch die bisherige Beitragsbemessungsgrenze soll grunds\u00e4tzlich erhalten bleiben.<\/p>\n<p data-start=\"14588\" data-end=\"14678\">Damit wird ein gro\u00dfer Teil der zus\u00e4tzlichen Last weiterhin \u00fcber Arbeitseinkommen getragen.<\/p>\n<p data-start=\"14680\" data-end=\"14849\">Kapitalertr\u00e4ge, gro\u00dfe Mieteinnahmen und andere Verm\u00f6genseink\u00fcnfte werden nicht in vergleichbarer Weise zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung herangezogen.<\/p>\n<p data-start=\"14851\" data-end=\"14861\">Das zeigt:<\/p>\n<p data-start=\"14863\" data-end=\"14948\"><strong data-start=\"14863\" data-end=\"14948\">Die Vorschl\u00e4ge sind nicht alternativlos. Sie beruhen auf politischen Priorit\u00e4ten.<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"14950\" data-end=\"15145\">Die Kommission wollte Beitragss\u00e4tze, Bundesmittel und Lohnnebenkosten begrenzen. Sie hat deshalb L\u00f6sungen bevorzugt, die Menschen l\u00e4nger arbeiten lassen und zus\u00e4tzliches Vorsorgekapital aufbauen.<\/p>\n<p data-start=\"15147\" data-end=\"15261\">Eine st\u00e4rkere Umverteilung \u00fcber hohe Einkommen, Verm\u00f6gen und weitere Einkommensarten war nicht der bevorzugte Weg.<\/p>\n<hr data-start=\"15263\" data-end=\"15266\" \/>\n<h2 data-section-id=\"mgxjlg\" data-start=\"15268\" data-end=\"15310\">Es gibt bereits andere Reformvorschl\u00e4ge<\/h2>\n<p data-start=\"15312\" data-end=\"15438\">Dass sozialere Modelle grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich sind, zeigt unter anderem die Rentenkommission des Deutschen Gewerkschaftsbundes.<\/p>\n<p data-start=\"15440\" data-end=\"15471\">Sie schl\u00e4gt beispielsweise vor:<\/p>\n<ul data-start=\"15473\" data-end=\"15921\">\n<li data-section-id=\"qozh2b\" data-start=\"15473\" data-end=\"15538\">das Rentenniveau nicht nur zu stabilisieren, sondern anzuheben,<\/li>\n<li data-section-id=\"14kla9p\" data-start=\"15539\" data-end=\"15636\">die gesetzliche Rentenversicherung schrittweise zu einer Erwerbst\u00e4tigenversicherung auszubauen,<\/li>\n<li data-section-id=\"3tgnc6\" data-start=\"15637\" data-end=\"15711\">mehr Menschen in sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung zu bringen,<\/li>\n<li data-section-id=\"1992i9w\" data-start=\"15712\" data-end=\"15771\">niedrige Einkommen bei der Rentenbildung besserzustellen,<\/li>\n<li data-section-id=\"adzemf\" data-start=\"15772\" data-end=\"15863\">Arbeitgeber st\u00e4rker an einer fl\u00e4chendeckenden betrieblichen Altersvorsorge zu beteiligen,<\/li>\n<li data-section-id=\"r7lchx\" data-start=\"15864\" data-end=\"15921\">und das Rentenalter nicht weiter automatisch anzuheben.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"15923\" data-end=\"16255\">Der DGB vertritt dabei ausdr\u00fccklich eine interessengeleitete Arbeitnehmerposition und ist deshalb keine neutrale Instanz. Trotzdem beweist das Konzept: Es gibt wirtschaftlich begr\u00fcndete Gegenmodelle, die nicht haupts\u00e4chlich auf sp\u00e4teren Renteneintritt und individuelle Kapitalvorsorge setzen.<\/p>\n<p data-start=\"16257\" data-end=\"16286\">Die Frage lautet daher nicht:<\/p>\n<blockquote data-start=\"16288\" data-end=\"16325\">\n<p data-start=\"16290\" data-end=\"16325\">Gibt es \u00fcberhaupt eine Alternative?<\/p>\n<\/blockquote>\n<p data-start=\"16327\" data-end=\"16335\">Sondern:<\/p>\n<blockquote data-start=\"16337\" data-end=\"16422\">\n<p data-start=\"16339\" data-end=\"16422\">Welche gesellschaftlichen Gruppen sollen welchen Anteil an der Finanzierung tragen?<\/p>\n<\/blockquote>\n<hr data-start=\"16424\" data-end=\"16427\" \/>\n<h1 data-section-id=\"tnjcqj\" data-start=\"16429\" data-end=\"16486\">Ein sozialeres und trotzdem finanzierbares Rentenmodell<\/h1>\n<h2 data-section-id=\"dowlqe\" data-start=\"16488\" data-end=\"16548\">1. Eine Rentenversicherung f\u00fcr nahezu alle Erwerbst\u00e4tigen<\/h2>\n<p data-start=\"16550\" data-end=\"16644\">Grunds\u00e4tzlich sollten alle Erwerbst\u00e4tigen in ein gemeinsames Alterssicherungssystem einzahlen:<\/p>\n<ul data-start=\"16646\" data-end=\"16808\">\n<li data-section-id=\"1eoknkk\" data-start=\"16646\" data-end=\"16661\">Arbeitnehmer,<\/li>\n<li data-section-id=\"1o4lspl\" data-start=\"16662\" data-end=\"16679\">Selbstst\u00e4ndige,<\/li>\n<li data-section-id=\"1t625pi\" data-start=\"16680\" data-end=\"16694\">Abgeordnete,<\/li>\n<li data-section-id=\"1izl5k3\" data-start=\"16695\" data-end=\"16707\">Vorst\u00e4nde,<\/li>\n<li data-section-id=\"pi2dxx\" data-start=\"16708\" data-end=\"16721\">Minijobber,<\/li>\n<li data-section-id=\"14mgdyn\" data-start=\"16722\" data-end=\"16808\">neu eingestellte Beamte, soweit keine zwingenden hoheitlichen Gr\u00fcnde entgegenstehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"16810\" data-end=\"16936\">F\u00fcr Polizei, Feuerwehr, Zoll und andere besonders belastete hoheitliche T\u00e4tigkeiten k\u00f6nnten Sonderregelungen bestehen bleiben.<\/p>\n<p data-start=\"16938\" data-end=\"17209\">Auch die Alterssicherungskommission empfiehlt, den Kreis der Versicherten deutlich auszuweiten. Bei Beamten w\u00e4ren wegen bestehender Pensionsanspr\u00fcche und verfassungsrechtlicher Besonderheiten lange \u00dcbergangsregelungen erforderlich.<\/p>\n<p data-start=\"17211\" data-end=\"17344\">Eine Erwerbst\u00e4tigenversicherung l\u00f6st das demografische Problem nicht allein. Neue Beitragszahler erwerben sp\u00e4ter ebenfalls Anspr\u00fcche.<\/p>\n<p data-start=\"17346\" data-end=\"17450\">Sie verbreitert aber die Finanzierungsbasis, schafft mehr Gleichbehandlung und beendet viele Sonderwege.<\/p>\n<hr data-start=\"17452\" data-end=\"17455\" \/>\n<h2 data-section-id=\"16wxjiw\" data-start=\"17457\" data-end=\"17516\">2. Der abschlagsfreie Rentenzugang nach 45 Jahren bleibt<\/h2>\n<p data-start=\"17518\" data-end=\"17663\">Menschen, die 45 Versicherungsjahre erreicht haben, sollten weiterhin vor der allgemeinen Regelaltersgrenze ohne Abschl\u00e4ge in Rente gehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-start=\"17665\" data-end=\"17721\">Dabei k\u00f6nnten soziale Verbesserungen vorgenommen werden:<\/p>\n<ul data-start=\"17723\" data-end=\"18088\">\n<li data-section-id=\"8m90d8\" data-start=\"17723\" data-end=\"17767\">Pflegezeiten werden umfassender anerkannt.<\/li>\n<li data-section-id=\"rj5dsk\" data-start=\"17768\" data-end=\"17826\">Kindererziehungszeiten d\u00fcrfen nicht zum Nachteil werden.<\/li>\n<li data-section-id=\"15yudd6\" data-start=\"17827\" data-end=\"17900\">Unverschuldete Arbeitslosigkeit kurz vor der Rente wird ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<li data-section-id=\"2ix3nj\" data-start=\"17901\" data-end=\"17957\">L\u00e4ngere Krankheitszeiten werden angemessen einbezogen.<\/li>\n<li data-section-id=\"52t4wh\" data-start=\"17958\" data-end=\"18035\">Sehr niedrige Einkommen \u00fcber viele Jahre erhalten zus\u00e4tzliche Rentenpunkte.<\/li>\n<li data-section-id=\"1pnibza\" data-start=\"18036\" data-end=\"18088\">\u00dcbergangsregelungen sch\u00fctzen rentennahe Jahrg\u00e4nge.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"18090\" data-end=\"18213\">So werden die Schw\u00e4chen der heutigen Regelung beseitigt, ohne langj\u00e4hrig Versicherten ihren Anspruch vollst\u00e4ndig zu nehmen.<\/p>\n<hr data-start=\"18215\" data-end=\"18218\" \/>\n<h2 data-section-id=\"1tkxc9p\" data-start=\"18220\" data-end=\"18279\">3. Belastende Arbeit muss objektiv ber\u00fccksichtigt werden<\/h2>\n<p data-start=\"18281\" data-end=\"18446\">Nicht jeder Mensch mit 45 Versicherungsjahren hat dieselbe gesundheitliche Belastung. Deshalb sollte zus\u00e4tzlich ein transparentes Belastungsmodell eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p data-start=\"18448\" data-end=\"18493\">Ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnten beispielsweise:<\/p>\n<ul data-start=\"18495\" data-end=\"18811\">\n<li data-section-id=\"7hs3yx\" data-start=\"18495\" data-end=\"18521\">regelm\u00e4\u00dfige Nachtarbeit,<\/li>\n<li data-section-id=\"fqfnk2\" data-start=\"18522\" data-end=\"18562\">jahrzehntelanger Wechselschichtdienst,<\/li>\n<li data-section-id=\"oq8zoz\" data-start=\"18563\" data-end=\"18592\">schwere k\u00f6rperliche Arbeit,<\/li>\n<li data-section-id=\"1t3lena\" data-start=\"18593\" data-end=\"18655\">dauerhafte Arbeit unter Hitze, K\u00e4lte, L\u00e4rm oder Vibrationen,<\/li>\n<li data-section-id=\"16298u2\" data-start=\"18656\" data-end=\"18693\">besondere psychische Verantwortung,<\/li>\n<li data-section-id=\"hg04qr\" data-start=\"18694\" data-end=\"18729\">sicherheitskritische T\u00e4tigkeiten,<\/li>\n<li data-section-id=\"1jpnlww\" data-start=\"18730\" data-end=\"18759\">Pflege- und Rettungsberufe,<\/li>\n<li data-section-id=\"3egfl4\" data-start=\"18760\" data-end=\"18811\">sowie nachgewiesene berufliche Gesundheitsfolgen.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"18813\" data-end=\"18924\">Wichtig w\u00e4re, dass nicht jeder Betroffene erst vor einem Gutachter beweisen muss, bereits schwer krank zu sein.<\/p>\n<p data-start=\"18926\" data-end=\"19127\">Arbeitszeiten und T\u00e4tigkeiten lassen sich \u00fcber Arbeitgebermeldungen und Sozialversicherungsdaten dokumentieren. Daraus k\u00f6nnten zus\u00e4tzliche Entlastungspunkte oder fr\u00fchere Zugangsm\u00f6glichkeiten entstehen.<\/p>\n<hr data-start=\"19129\" data-end=\"19132\" \/>\n<h2 data-section-id=\"1vewb6s\" data-start=\"19134\" data-end=\"19184\">4. Keine automatische Erh\u00f6hung des Rentenalters<\/h2>\n<p data-start=\"19186\" data-end=\"19274\">Die Regelaltersgrenze darf nicht wie auf einem endlosen F\u00f6rderband immer weiter steigen.<\/p>\n<p data-start=\"19276\" data-end=\"19360\">Vor einer \u00c4nderung m\u00fcssten mindestens folgende Fragen \u00f6ffentlich beantwortet werden:<\/p>\n<ul data-start=\"19362\" data-end=\"19785\">\n<li data-section-id=\"1o823o\" data-start=\"19362\" data-end=\"19418\">Ist die gesunde Lebenserwartung tats\u00e4chlich gestiegen?<\/li>\n<li data-section-id=\"15i8890\" data-start=\"19419\" data-end=\"19474\">K\u00f6nnen \u00e4ltere Menschen real weiterbesch\u00e4ftigt werden?<\/li>\n<li data-section-id=\"9je073\" data-start=\"19475\" data-end=\"19526\">Gibt es ausreichend altersgerechte Arbeitspl\u00e4tze?<\/li>\n<li data-section-id=\"jaq79t\" data-start=\"19527\" data-end=\"19620\">Wie entwickelt sich die Lebenserwartung in unterschiedlichen Einkommens- und Berufsgruppen?<\/li>\n<li data-section-id=\"1576zic\" data-start=\"19621\" data-end=\"19696\">Wie viele Menschen erreichen die bisherige Altersgrenze \u00fcberhaupt gesund?<\/li>\n<li data-section-id=\"1o2z712\" data-start=\"19697\" data-end=\"19785\">Wie viele scheiden vorher durch Krankheit, Erwerbsminderung oder Arbeitslosigkeit aus?<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"19787\" data-end=\"19851\">Erst danach d\u00fcrfte der Bundestag \u00fcber eine \u00c4nderung entscheiden.<\/p>\n<p data-start=\"19853\" data-end=\"19931\">Eine automatische Formel ersetzt keine soziale und demokratische Entscheidung.<\/p>\n<hr data-start=\"19933\" data-end=\"19936\" \/>\n<h2 data-section-id=\"1fbppj\" data-start=\"19938\" data-end=\"20009\">5. Ein pers\u00f6nliches Vorsorgekonto f\u00fcr alle, die fr\u00fch beginnen wollen<\/h2>\n<p data-start=\"20011\" data-end=\"20108\">Hier liegt eine sinnvolle Erg\u00e4nzung, die besonders jungen Menschen echte Sicherheit geben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p data-start=\"20110\" data-end=\"20287\">Jeder junge Mensch k\u00f6nnte beim Eintritt ins Berufsleben automatisch ein pers\u00f6nliches Altersvorsorgekonto erhalten. Auch \u00e4ltere Arbeitnehmer sollten freiwillig einsteigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-start=\"20289\" data-end=\"20310\">Ein m\u00f6gliches Modell:<\/p>\n<ul data-start=\"20312\" data-end=\"21018\">\n<li data-section-id=\"1tme1t3\" data-start=\"20312\" data-end=\"20368\">ein kleiner, einkommensabh\u00e4ngiger Arbeitnehmerbeitrag,<\/li>\n<li data-section-id=\"r90b4m\" data-start=\"20369\" data-end=\"20418\">mindestens ein gleich hoher Arbeitgeberbeitrag,<\/li>\n<li data-section-id=\"1mpt4wt\" data-start=\"20419\" data-end=\"20478\">zus\u00e4tzliche staatliche Zusch\u00fcsse bei niedrigen Einkommen,<\/li>\n<li data-section-id=\"wz3hfc\" data-start=\"20479\" data-end=\"20547\">staatliche Beitr\u00e4ge w\u00e4hrend Kindererziehung und Angeh\u00f6rigenpflege,<\/li>\n<li data-section-id=\"bwa6m8\" data-start=\"20548\" data-end=\"20637\">reduzierte oder ausgesetzte Eigenbeitr\u00e4ge bei Arbeitslosigkeit oder l\u00e4ngerer Krankheit,<\/li>\n<li data-section-id=\"xdwm99\" data-start=\"20638\" data-end=\"20678\">zentrale und gemeinn\u00fctzige Verwaltung,<\/li>\n<li data-section-id=\"1tooovr\" data-start=\"20679\" data-end=\"20707\">weltweit gestreute Anlage,<\/li>\n<li data-section-id=\"1tb2qwp\" data-start=\"20708\" data-end=\"20763\">sehr niedrige gesetzlich begrenzte Verwaltungskosten,<\/li>\n<li data-section-id=\"1tccd7i\" data-start=\"20764\" data-end=\"20831\">schrittweise Verringerung des Anlagerisikos vor dem Rentenbeginn,<\/li>\n<li data-section-id=\"19u192c\" data-start=\"20832\" data-end=\"20895\">vollst\u00e4ndiger Schutz vor Zugriffen f\u00fcr andere Staatsausgaben,<\/li>\n<li data-section-id=\"expni4\" data-start=\"20896\" data-end=\"20920\">pers\u00f6nliches Eigentum,<\/li>\n<li data-section-id=\"10187sn\" data-start=\"20921\" data-end=\"20961\">Vererbbarkeit w\u00e4hrend der Ansparphase,<\/li>\n<li data-section-id=\"10m2wpe\" data-start=\"20962\" data-end=\"21018\">und sp\u00e4ter eine lebenslange monatliche Zusatzleistung.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"21020\" data-end=\"21161\">Bei sehr niedrigen Einkommen k\u00f6nnte der eigene Beitrag beispielsweise nur 20 oder 30 Euro betragen, w\u00e4hrend Arbeitgeber und Staat aufstocken.<\/p>\n<p data-start=\"21163\" data-end=\"21253\">Menschen mit durchschnittlichem oder h\u00f6herem Einkommen w\u00fcrden entsprechend mehr einzahlen.<\/p>\n<p data-start=\"21255\" data-end=\"21272\">Entscheidend ist:<\/p>\n<p data-start=\"21274\" data-end=\"21417\"><strong data-start=\"21274\" data-end=\"21417\">Der bezahlbare eigene Beitrag darf nicht die gesetzliche Rente ersetzen. Er muss zus\u00e4tzliches Eigentum und zus\u00e4tzliche Sicherheit schaffen.<\/strong><\/p>\n<p data-start=\"21419\" data-end=\"21550\">Wer fr\u00fch beginnt, profitiert stark vom langen Ansparzeitraum. Wer sp\u00e4ter einsteigt, kann trotzdem eine erg\u00e4nzende Reserve aufbauen.<\/p>\n<hr data-start=\"21552\" data-end=\"21555\" \/>\n<h2 data-section-id=\"fzqgl9\" data-start=\"21557\" data-end=\"21619\">6. Kapitalanlage ja \u2013 aber nicht als Ersatz f\u00fcr Solidarit\u00e4t<\/h2>\n<p data-start=\"21621\" data-end=\"21681\">Ein \u00f6ffentlicher Vorsorgefonds m\u00fcsste klare Regeln erf\u00fcllen:<\/p>\n<ul data-start=\"21683\" data-end=\"22048\">\n<li data-section-id=\"iim5yo\" data-start=\"21683\" data-end=\"21712\">keine Vertriebsprovisionen,<\/li>\n<li data-section-id=\"m5lupo\" data-start=\"21713\" data-end=\"21750\">keine teuren Versicherungsvertr\u00e4ge,<\/li>\n<li data-section-id=\"w8o6w5\" data-start=\"21751\" data-end=\"21786\">keine Wetten auf einzelne Aktien,<\/li>\n<li data-section-id=\"1oszprb\" data-start=\"21787\" data-end=\"21841\">keine politischen Eingriffe in einzelne Unternehmen,<\/li>\n<li data-section-id=\"15981j9\" data-start=\"21842\" data-end=\"21898\">keine Verwendung des Geldes zur Haushaltsfinanzierung,<\/li>\n<li data-section-id=\"pmj1lg\" data-start=\"21899\" data-end=\"21923\">unabh\u00e4ngige Kontrolle,<\/li>\n<li data-section-id=\"1n7tv2v\" data-start=\"21924\" data-end=\"21951\">vollst\u00e4ndige Transparenz,<\/li>\n<li data-section-id=\"1httvwi\" data-start=\"21952\" data-end=\"21978\">internationale Streuung,<\/li>\n<li data-section-id=\"1oh49cy\" data-start=\"21979\" data-end=\"22048\">und ein Sicherheitskonzept f\u00fcr die letzten Jahre vor dem Ruhestand.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"22050\" data-end=\"22149\">So w\u00e4re Kapitalanlage keine private Zockerei, sondern eine langfristige gemeinschaftliche Vorsorge.<\/p>\n<p data-start=\"22151\" data-end=\"22207\">Die gesetzliche Rente bliebe aber das sichere Fundament.<\/p>\n<hr data-start=\"22209\" data-end=\"22212\" \/>\n<h2 data-section-id=\"1l5vgl7\" data-start=\"22214\" data-end=\"22281\">7. H\u00f6here Einkommen und Verm\u00f6genseink\u00fcnfte angemessen beteiligen<\/h2>\n<p data-start=\"22283\" data-end=\"22477\">Eine Rentenversicherung kann nicht unbegrenzt Beitr\u00e4ge auf Kapitalertr\u00e4ge erheben und gleichzeitig unbegrenzt neue Rentenanspr\u00fcche daf\u00fcr vergeben. Das w\u00fcrde die sp\u00e4teren Ausgaben wieder erh\u00f6hen.<\/p>\n<p data-start=\"22479\" data-end=\"22510\">Deshalb muss man unterscheiden:<\/p>\n<p data-start=\"22512\" data-end=\"22564\"><strong data-start=\"22512\" data-end=\"22524\">Beitr\u00e4ge<\/strong> begr\u00fcnden individuelle Rentenanspr\u00fcche.<\/p>\n<p data-start=\"22566\" data-end=\"22728\"><strong data-start=\"22566\" data-end=\"22602\">Steuern und solidarische Abgaben<\/strong> k\u00f6nnen gesamtgesellschaftliche Aufgaben finanzieren, ohne daraus unbegrenzte pers\u00f6nliche Rentenanspr\u00fcche entstehen zu lassen.<\/p>\n<p data-start=\"22730\" data-end=\"22885\">Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten, Grundrentenzuschl\u00e4ge und andere gesellschaftliche Leistungen sollten verl\u00e4sslich aus Steuermitteln finanziert werden.<\/p>\n<p data-start=\"22887\" data-end=\"23010\">Daf\u00fcr k\u00f6nnten auch hohe Kapitalertr\u00e4ge, gro\u00dfe Verm\u00f6gen, Erbschaften und sehr hohe Einkommen angemessen herangezogen werden.<\/p>\n<p data-start=\"23012\" data-end=\"23273\">Es ist schwer zu vermitteln, warum fast jede Reform zuerst dar\u00fcber spricht, wie lange ein Busfahrer, eine Pflegekraft oder ein Bauarbeiter arbeiten soll \u2013 w\u00e4hrend gro\u00dfe Verm\u00f6genseink\u00fcnfte bei der Finanzierung der Sozialversicherung weitgehend au\u00dfen vor bleiben.<\/p>\n<hr data-start=\"23275\" data-end=\"23278\" \/>\n<h2 data-section-id=\"1uy8cpi\" data-start=\"23280\" data-end=\"23334\">8. Schutz des Vertrauens in bereits geplante Renten<\/h2>\n<p data-start=\"23336\" data-end=\"23379\">Besonders wichtig ist der Vertrauensschutz.<\/p>\n<p data-start=\"23381\" data-end=\"23488\">Menschen, die wenige Jahre vor dem Ruhestand stehen, haben ihr Leben auf die geltenden Regeln ausgerichtet:<\/p>\n<ul data-start=\"23490\" data-end=\"23648\">\n<li data-section-id=\"t24m0i\" data-start=\"23490\" data-end=\"23503\">Wohnkosten,<\/li>\n<li data-section-id=\"6mof0k\" data-start=\"23504\" data-end=\"23514\">Kredite,<\/li>\n<li data-section-id=\"80yzg\" data-start=\"23515\" data-end=\"23529\">Arbeitszeit,<\/li>\n<li data-section-id=\"y3sips\" data-start=\"23530\" data-end=\"23558\">gesundheitliche Belastung,<\/li>\n<li data-section-id=\"1oalqsq\" data-start=\"23559\" data-end=\"23584\">Pflege von Angeh\u00f6rigen,<\/li>\n<li data-section-id=\"1plcfri\" data-start=\"23585\" data-end=\"23604\">private Vorsorge,<\/li>\n<li data-section-id=\"1dkfzxx\" data-start=\"23605\" data-end=\"23648\">und gemeinsame Planungen von Ehepartnern.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"23650\" data-end=\"23766\">Eine Regelung, die jahrzehntelang galt, darf nicht kurz vor dem geplanten Rentenbeginn pl\u00f6tzlich abgeschafft werden.<\/p>\n<p data-start=\"23768\" data-end=\"23864\">F\u00fcr rentennahe Jahrg\u00e4nge m\u00fcssen deshalb die bisherigen Bedingungen vollst\u00e4ndig erhalten bleiben.<\/p>\n<hr data-start=\"23866\" data-end=\"23869\" \/>\n<h1 data-section-id=\"l8401j\" data-start=\"23871\" data-end=\"23926\">Fazit: Die Rentenreform ist eine Frage der Verteilung<\/h1>\n<p data-start=\"23928\" data-end=\"24117\">Deutschland braucht eine Reform der Altersversorgung. Das bedeutet aber nicht, dass nur Arbeitnehmer l\u00e4nger arbeiten, zus\u00e4tzliche Beitr\u00e4ge zahlen und neue Kapitalmarktrisiken tragen m\u00fcssen.<\/p>\n<p data-start=\"24119\" data-end=\"24153\">Ein sozialeres Modell ist m\u00f6glich:<\/p>\n<ul data-start=\"24155\" data-end=\"24753\">\n<li data-section-id=\"1um11yw\" data-start=\"24155\" data-end=\"24208\">Alle Erwerbst\u00e4tigen werden schrittweise einbezogen.<\/li>\n<li data-section-id=\"1pxg63n\" data-start=\"24209\" data-end=\"24265\">Die Rente nach 45 Versicherungsjahren bleibt bestehen.<\/li>\n<li data-section-id=\"qv6esr\" data-start=\"24266\" data-end=\"24326\">Belastende Berufe und Schichtarbeit werden ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<li data-section-id=\"1k6un1a\" data-start=\"24327\" data-end=\"24370\">Das Rentenalter steigt nicht automatisch.<\/li>\n<li data-section-id=\"zrhtzu\" data-start=\"24371\" data-end=\"24407\">Rentensplitting bleibt freiwillig.<\/li>\n<li data-section-id=\"1wh8pr2\" data-start=\"24408\" data-end=\"24457\">Die Hinterbliebenenversorgung bleibt gesch\u00fctzt.<\/li>\n<li data-section-id=\"1khxdf4\" data-start=\"24458\" data-end=\"24535\">Junge Menschen erhalten ein pers\u00f6nliches und kosteng\u00fcnstiges Vorsorgekonto.<\/li>\n<li data-section-id=\"1ytl3l7\" data-start=\"24536\" data-end=\"24582\">Arbeitgeber und Staat beteiligen sich daran.<\/li>\n<li data-section-id=\"xvcebu\" data-start=\"24583\" data-end=\"24655\">Kapitalvorsorge erg\u00e4nzt die gesetzliche Rente, ersetzt sie aber nicht.<\/li>\n<li data-section-id=\"9tz3uj\" data-start=\"24656\" data-end=\"24753\">Hohe Einkommen und Verm\u00f6genseink\u00fcnfte tragen angemessen zu den gesellschaftlichen Aufgaben bei.<\/li>\n<\/ul>\n<p data-start=\"24755\" data-end=\"24832\">Die Vorschl\u00e4ge der Alterssicherungskommission sind daher nicht alternativlos.<\/p>\n<p class=\"\" data-start=\"24834\" data-end=\"24987\">Sie sind das Ergebnis einer bestimmten Gewichtung: niedrige Lohnnebenkosten, begrenzte Bundesausgaben, l\u00e4ngere Erwerbsarbeit und st\u00e4rkere Kapitaldeckung.<\/p>\n<p data-start=\"24989\" data-end=\"25096\">Man kann diese Gewichtung politisch vertreten. Man darf sie aber nicht als mathematischen Zwang darstellen.<\/p>\n<blockquote data-start=\"25098\" data-end=\"25270\">\n<p class=\"\" data-start=\"25100\" data-end=\"25270\">Eine Gesellschaft erkennt Lebensleistung nicht dadurch an, dass sie Menschen erst dann aus dem Arbeitsleben entl\u00e4sst, wenn sie ihre Arbeitsunf\u00e4higkeit nachgewiesen haben.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p data-start=\"25272\" data-end=\"25308\">Eine sichere Rente ist finanzierbar.<\/p>\n<p data-start=\"25310\" data-end=\"25401\">Aber nur, wenn nicht immer dieselben Menschen den gr\u00f6\u00dften Teil der Anpassung tragen m\u00fcssen.<\/p>\n<h2>Quellen und weiterf\u00fchrende Informationen<\/h2>\n<p><strong>Stand der Quellen: 2. August 2026<\/strong><\/p>\n<h3>Offizielle Vorschl\u00e4ge der Alterssicherungskommission<\/h3>\n<ol>\n<li><strong>Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales: \u201eRentenkommission 2026 \u2013 33 Empfehlungen zur Rentenreform\u201c<\/strong><br \/>\nOffizielle Zusammenfassung der Empfehlungen, unter anderem zur Altersgrenze, zum Rentenzugang, zur Kapitalrente und zur Ausweitung des Versichertenkreises.<\/li>\n<li><strong>Alterssicherungskommission: \u201eEmpfehlungen der Alterssicherungskommission\u201c, Juni 2026<\/strong><br \/>\nVollst\u00e4ndiger Abschlussbericht und wichtigste Prim\u00e4rquelle f\u00fcr die im Beitrag behandelten Reformvorschl\u00e4ge.<\/li>\n<li><strong>Bundesregierung: \u201e33 Empfehlungen f\u00fcr eine gro\u00dfe Rentenreform \u2013 Fragen und Antworten\u201c<\/strong><br \/>\nErl\u00e4utert die politischen Ziele der Reform und die geplante Verbindung aus gesetzlicher, betrieblicher und kapitalgedeckter Altersvorsorge.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Derzeit geltendes Rentenrecht<\/h3>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Deutsche Rentenversicherung: \u201eAltersrenten f\u00fcr langj\u00e4hrig und besonders langj\u00e4hrig Versicherte\u201c<\/strong><br \/>\nInformationen zur derzeit geltenden abschlagsfreien Altersrente nach 45 Versicherungsjahren. F\u00fcr Geburtsjahrg\u00e4nge ab 1964 liegt die ma\u00dfgebliche Altersgrenze bei 65 Jahren.<\/li>\n<li><strong>Deutsche Rentenversicherung: \u201eRentenpaket 2025 \u2013 Was steckt drin?\u201c<\/strong><br \/>\nInformationen zur Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis 2031 und zu den geltenden Rahmenbedingungen der gesetzlichen Rentenversicherung.<\/li>\n<li><strong>Deutsche Rentenversicherung: \u201eRentenversicherung in Zahlen 2025\u201c und \u201eKennzahlen zur Finanzentwicklung\u201c<\/strong><br \/>\nStatistische Angaben zu Einnahmen, Ausgaben, Bundeszusch\u00fcssen, Versicherten und Rentenbeziehern.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Rentensplitting und Hinterbliebenenversorgung<\/h3>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong>Deutsche Rentenversicherung: \u201eRentensplitting \u2013 Rentenanspr\u00fcche partnerschaftlich teilen\u201c<\/strong><br \/>\nErl\u00e4utert die Voraussetzungen und Folgen des Rentensplittings. Die Entscheidung ist grunds\u00e4tzlich bindend; anschlie\u00dfend besteht kein Anspruch mehr auf eine Witwen- oder Witwerrente aus derselben Ehe.<\/li>\n<li><strong>Deutsche Rentenversicherung: \u201eRentensplitting statt Witwenrente \u2013 Vorteile und Nachteile\u201c<\/strong><br \/>\nEnth\u00e4lt Vergleichsbeispiele und zeigt, dass ein Rentensplitting je nach Einkommens- und Rentensituation auch zu erheblichen Nachteilen f\u00fcr Hinterbliebene f\u00fchren kann.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Lebenserwartung und unterschiedliche Belastungen<\/h3>\n<ol start=\"9\">\n<li><strong>Robert Koch-Institut: \u201eDie Lebenserwartungsl\u00fccke \u2013 sozio\u00f6konomische Unterschiede in der Lebenserwartung\u201c<\/strong><br \/>\nDas RKI dokumentiert deutliche Unterschiede der Lebenserwartung nach der sozialen und wirtschaftlichen Lage. In besonders benachteiligten Regionen liegt sie erheblich unter der Lebenserwartung wohlhabender Regionen.<\/li>\n<li><strong>Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: \u201eGestaltung von Nacht- und Schichtarbeit\u201c<\/strong><br \/>\nDie BAuA beschreibt Nacht- und Schichtarbeit ausdr\u00fccklich als gesundheitliches und soziales Risiko und zeigt, weshalb die Art der beruflichen Belastung bei Rentenregelungen ber\u00fccksichtigt werden sollte.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Kapitalgedeckte und private Altersvorsorge<\/h3>\n<ol start=\"11\">\n<li><strong>Bundesfinanzministerium: \u201eFragen und Antworten zur Reform der gef\u00f6rderten privaten Altersvorsorge\u201c<\/strong><br \/>\nInformationen zum neuen Altersvorsorgedepot, zur staatlichen F\u00f6rderung, zur Kapitalanlage und zur Begrenzung der Effektivkosten des Standarddepots auf h\u00f6chstens ein Prozent.<\/li>\n<li><strong>Bundesfinanzministerium: \u201eNeustart f\u00fcr die private Altersvorsorge \u2013 fr\u00fch beginnen und Renditechancen nutzen\u201c<\/strong><br \/>\nErl\u00e4utert das Konzept eines kosteng\u00fcnstigen Standarddepots und den geplanten st\u00e4rkeren Einsatz von Fonds und ETF-Sparpl\u00e4nen in der privaten Altersvorsorge.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Soziale Gegenmodelle<\/h3>\n<ol start=\"13\">\n<li><strong>Deutscher Gewerkschaftsbund: \u201eDGB-Rentenkommission\u201c<\/strong><br \/>\nGegenmodell zur Alterssicherungskommission mit Vorschl\u00e4gen f\u00fcr eine Erwerbst\u00e4tigenversicherung, ein h\u00f6heres Rentenniveau, bessere gesundheitliche \u00dcberg\u00e4nge und eine st\u00e4rkere betriebliche Altersversorgung. Der DGB vertritt dabei ausdr\u00fccklich die Interessen der Arbeitnehmer und ist deshalb als politische Interessenvertretung einzuordnen.<\/li>\n<li><strong>DGB Rheinland-Pfalz\/Saarland: \u201eDie abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zu streichen, ist respektlos\u201c<\/strong><br \/>\nGewerkschaftliche Bewertung der geplanten Abschaffung und Kritik an einer st\u00e4rkeren Verlagerung der Altersvorsorge auf den Kapitalmarkt.<\/li>\n<\/ol>\n<hr \/>\n<h2>Hinweis zur Einordnung<\/h2>\n<p>Die Darstellung der konkreten Vorschl\u00e4ge der Alterssicherungskommission st\u00fctzt sich auf deren Abschlussbericht sowie die Erl\u00e4uterungen von Bundesregierung und Bundesarbeitsministerium.<\/p>\n<p>Die Bewertung, dass die Kommission wirtschaftliche Ziele wie begrenzte Beitragss\u00e4tze, tragbare Lohnnebenkosten, eine Entlastung des Bundeshaushalts und eine l\u00e4ngere Erwerbst\u00e4tigkeit st\u00e4rker gewichtet als den Erhalt des Rentenzugangs nach 45 Versicherungsjahren, ist eine aus den ver\u00f6ffentlichten Zielen und Empfehlungen abgeleitete politische Einordnung.<\/p>\n<p>Die Kommission selbst bezeichnet ihre Vorschl\u00e4ge nicht als \u201eunsozial\u201c. Ob ihre Gewichtung gerecht ist oder ob alternative Finanzierungsmodelle vorzuziehen w\u00e4ren, bleibt eine gesellschaftliche und politische Bewertungsfrage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Hinweis zur Erstellung<\/h2>\n<p>Dieser Beitrag wurde mit Unterst\u00fctzung k\u00fcnstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell \u00fcberarbeitet. Die verwendeten Aussagen wurden anhand \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Quellen gepr\u00fcft. Bewertungen und Schlussfolgerungen stellen eine pers\u00f6nliche Einordnung dar und erheben keinen Anspruch auf politische Neutralit\u00e4t oder rechtliche Beratung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rentenreform: Es geht auch sozialer \u2013 warum immer l\u00e4ngeres Arbeiten nicht die einzige L\u00f6sung sein darf Die gesetzliche Rente muss reformiert werden. Doch daraus folgt nicht automatisch, dass Menschen nach 45 Versicherungsjahren weiterarbeiten m\u00fcssen, das Rentenalter immer weiter steigt, Hinterbliebenenrenten geschw\u00e4cht und Teile der Altersvorsorge vom Kapitalmarkt abh\u00e4ngig gemacht werden. Es gibt eine sozialere Alternative, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,5],"tags":[],"class_list":["post-454","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","category-gedanken-einer-ki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=454"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":456,"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/454\/revisions\/456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wp.netx4u.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}